Die Ballführung bildet zusammen mit dem Zuspiel und dem Schießen die Basis des Einzelspiels. Sie ist eine der wichtigsten Aktionen des Hockeyspielers und auch der Grundpfeiler für die Entwicklung und Aneignung anderer Einzelspielaktionen. Die kleinsten Unterschiede bei der Ballführung können sowohl in der Angriffs- als auch bei der Abwehrphase einen wesentlichen Faktor und eine Fehlerquelle darstellen sowie zur Entstehung von Situationen mit ungleicher Spielerzahl oder Mängeln bei der Ausführung anderer Aktionen führen.
Was ist der Unterschied zwischen Ballführung und Dribbling?
Ballführung wird bei der Fortbewegung des ballbesitzenden Spielers von einer Spielfeldstelle zur anderen praktiziert. Man unterscheidet Ballführung durch Schieben, Ziehen und Dribbling.
Mögliche Mängel bei der Ballführung:
- Falsch gewählte Art der Ballführung mit Verlangsamung der gesamten Aktion;
- unzulängliche Ballabdeckung;
- zu starke Fixierung auf den Ball und unzureichende Beobachtung des Spiels, des Gegners und der Teamkollegen (sog. Haltung „Kopf unten“).
Dribbling ist eine Basisfertigkeit des Einzelspielers, die beim Ballkontakt des Spielers angewendet wird. Das Dribbling kann in mehrere Arten unterteilt werden, z. B. Dribbling beim Hockey, beim Florball usw. Beim Hockey wird der Ball abwechselnd von der Vorhand- und der Rückhandseite der Schlägerkeule kontrolliert. Beim Florball-Dribbling hingegen wird der Ball nur durch die Vorhandseite der Keule kontrolliert. Der häufigste Fehler beim Dribbling ist, dass der Ball zu weit von der Keule entfernt gespielt wird, was eine Ballabnahme durch den gegnerischen Spieler ermöglicht. Die Bedeutung des Dribblings beim Hockey kann in folgende Punkte zusammengefasst werden:
- Bedeutung bei der Entwicklung der Feinmotorik und Stocktechnik junger Spieler;
- Bedeutung für die Ballkontrolle (und daran anknüpfende Handlungen);
- Bedeutung für die Technik des Zweikampfs und der Lösung von 1-1-Situationen.
Das Dribbling als Art der Ballführung wird besonders in der Anfangsphase praktiziert, wenn der Ball für den Start einer nachfolgenden Aktion vorbereitet wird.
Wie kann der Spieler den Ball führen?
- Dribbeln;
- Richtung vom Spieler weg, zum Spieler hin;
- Ziehen;
- Schieben.
Die wichtigste Einzelspielaktion, die auf der Ballführung basiert, ist das sog. Freispielers des Spielers mit Ball durch Dribbeln (einen Haken oder eine Kurve machen), um den Ball am Gegner vorbeizuspielen. Das Dribbeln ist die häufigste Art des Vorbeispielens. Arten des Vorbeispielens am gegnerischen Spieler:
- Dribbeln (Vorhand-, Rückhanddribbeln, Seitführen, Antäuschen);
- Durchspiel;
- Umspielen.
Beschreibung der einzelnen Aktionen:
Die Ballführung in Richtung vom Spieler weg – zum Spieler hin ist eine Technik, bei der sich der Ball neben dem Körper und parallel zu diesem auf der Vorhandseite bewegt und abwechselnd weg und her geschoben wird. Diese Technik kann angewendet werden, wenn der Gegner vor dem ballführenden Spieler herläuft, wobei der Ball zum Spieler zurückgeholt oder der Gegner umspielt werden bzw. eine Täuschbewegung vor dem Schuss oder einem Zuspiel eingefügt werden kann.
Ballführung durch Ziehen = Der Spieler hat den Ball neben dem Körper, er hält den Schläger schräg seitwärts oder hinten, die Keule berührt den Ball. Diese Technik wird beim Umspielen des Gegners mittels einer langen Kurve, beim Freispielen von der Bande oder beim Vorrücken am Flügel eingesetzt.
Ballführung durch Schieben = Der Spieler schiebt den Ball mit der Vorhand- oder Backhandseite der Keule vor sich her. Diese Technik wird bei einem schnellen Start oder beim Freispielen eingesetzt, wenn kein gegnerischer Spieler in der Nähe ist.
Wie sollte die Ballführung trainiert werden?
- Von vorrangiger Bedeutung ist die Ballführung durch Dribbeln.
- Die Ballführung wird zuerst im Stand eingeübt, erst dann kommen Bewegungen hinzu.
- Die Spieler verfolgen den Ball zuerst mit den Augen, dann bringt ihnen der Trainer bei, den Ball nach und nach durch das Gefühl in den Armen und peripheres Sehen zu kontrollieren.
Das Trainieren der Ballführung beginnt bereits in den niedrigsten Altersklassen. Es ist jedoch auch in den höheren Altersklassen angebracht, in denen dann mehrere Einzelspielaktionen mit einbezogen werden oder Übungen durchgeführt werden, bei denen die Spieler eine bestimmte Spielsituation zu beurteilen haben.
Bei den niedrigsten Klassen sollte das Training mit einfachem Dribbeln auf der Stelle begonnen werden, wobei die Aufmerksamkeit des Spielers nach und nach mehr gefordert wird, zum Beispiel indem ihnen Nummern gezeigt werden usw. Allmählich können mehr unterschiedliche Elemente eingefügt werden, z. B. Dribbeln in Form eines Slaloms. Durch verschiedene Spiele kann Druck auf den Spieler erzeugt werden, die Übungen schneller zu bewältigen. Später können die Übungen kombiniert werden, sodass sie beim Spieler die Vorstellung bestimmter Spielsituationen hervorrufen und ihn zum Mitdenken zwingen.
Praktische Ratschläge für die Entwicklung der Ballführung:
- Auf die richtige Stockhaltung achten.
- Stets mit kurzem Dribbeln im Stand beginnen.
- Später leichte Fortbewegungen nach vorne und nach hinten einfügen.
- Allmählich langes Dribbeln im Stand und in Bewegung einplanen.
- Geschicklichkeitselemente und das periphere Sehen einplanen.
- Ausweitung der Technik der Ballführung durch Ziehen, Schieben usw.
- Ballführung unter Druck oder auf eingeschränktem Raum.
Die Ballführung kann auf den unterschiedlichsten Slalombahnen eingeübt und stabilisiert werden. Das Einüben der Ballführung eignet sich auch gut für den Beginn der Trainingseinheit, zum Beispiel beim Einspielen. Übungen zur Ballführung können auch in Form eines Zirkeltrainings eingeplant werden, bei dem das Einüben der einzelnen Varianten auf mehrere Standorte verteilt wird (ein Vorteil dabei ist, dass der Spieler mit Ball bei einer solchen Gestaltung der Trainingseinheit mit einer größeren Zahl an Wiederholungen in Kontakt kommt).
Mögliche Fehler beim Freispielen des Spielers mit Ball durch Dribbeln (Haken oder Kurven):
- Falsches Timing des Beginns, der Spieler beginnt sich zu früh oder in zu großer Entfernung vom gegnerischen Spieler freizuspielen.
- Ständige Verfolgung des Balls mit den Augen, der Spieler beobachtet den verteidigenden Spieler nicht.
- Der Spieler spielt sich zu langsam oder im Stand frei.
- Unzureichende Ballabdeckung beim Umspielen des gegnerischen Spielers.
- Falsch gewählte Technik, Art des Freispielens bzw. Form des Dribbelns.
An die Basisfertigkeit der Ballführung anknüpfende Handlungen:
Ballkontrolle. Die Fähigkeit, den Ball bei einem Zuspiel zu kontrollieren, hängt von der richtigen Art des Freispielens und der Fähigkeit des Spielers, den Ball anzunehmen, ab. Bei der Annahme des Balles im Zuge eines Zuspiels sowie der Ballkontrolle können folgende Fehler passieren:
- Der Spieler nimmt das Zuspiel an und senkt den Körperschwerpunkt nicht ab, hat den Stock nicht am Boden, hält den Stock hart oder dämpft den Ball nicht.
- Es erfolgt kein Freilaufen für das Zuspiel.
- Mängel beim peripheren Sehen und der Kommunikation der am Zuspiel beteiligten Spieler.
Drehung um den gegnerischen Spieler = Der Spieler deckt den Ball mit seinem Körper ab, er dreht sich auf gleicher Höhe um den gegnerischen Spieler herum und steht seitlich oder mit dem Rücken zu diesen, um den Ball abzudecken.
Umspielen oder Durchspielen des gegnerischen Spielers = wird dann angewendet, wenn der Spieler einen Freiraum hinter dem gegnerischen Spieler hat, in den er den Ball abspielen kann. Das Umspielen oder Durchspielen des Gegners kann direkt in den Raum oder an die Bande erfolgen.
Täuschungen und Finten – Antäuschen einer Bewegung:
- Mit dem Körper;
- durch einen Richtungs- oder Tempowechsel;
- durch eine Stockbewegung (Antäuschen eines Zuspiels, eines Schusses usw.).
Täuschungen, Finten und Andeutungen erhöhen die Erfolgsquote der Technik des Freilaufens des Spielers mit Ball zugunsten des angreifenden Spielers. Solche Elemente sollten erst eingeplant werden, wenn die jungen Spieler über eine ausreichende Basis an Fertigkeiten verfügen.
Was ist abschließend zu beachten?
Beim Üben des Dribbelns ist es angebracht, eine Ausgleichsübung einzuplanen, da eine Körperhälfte mehr belastet wird.